Sie ist Journalistin, Autorin, Moderatorin – und vor allem die Schwester von Brexit-Befürworter Boris Johnson. Die zieht nun im TV blank. Unterdessen hält Theresa May trotz Schlappe an ihrem Kurs fest. Der News-Ticker zum Brexit.

  • Brexit: Am 29. März soll Großbritannien die EU verlassen – noch immer gibt es keinen „Deal“ über die Rahmenbedingungen.
  • Premierministerin Theresa May steht mit dem Rücken zur Wand. Ihren Deal hat das Unterhaus durchfallen lassen. 
  • Die Gefahr eines „harten Brexit“ steigt – mit möglicherweise drastischen Folgen für die Insel. 
  • Die EU hat die auf der Insel erhofften Nachverhandlungen mehrfach ausgeschlossen. 
  • May hat am Donnerstag erneut eine Niederlage im britischen Parlament einstecken müssen.
  • Alle News der vergangenen Tage finden Sie hier.

13.43 Uhr: Der Protest für und gegen den Brexit ist vielfältig – manchmal vielleicht etwas zu vielfältig. Rachel Johnson, die Schwester des ehemaligen britischen Außenministers und Brexit-Befürworters Boris Johnson, hat sich bei einer Live-Sendung des TV-Kanals Sky News aus Protest gegen den Brexit das Oberteil ausgezogen.

Die Begründung für ihren Auftritt, der die weiteren Debatten-Teilnehmer teils schockierte, teils belustigte: „Das ist die einzige Möglichkeit, in der Brexit-Debatte wahrgenommen zu werden“, sagte sie laut „Daily Mail“. Das TV-Publikum bekam den nackten Oberkörper der Johnson-Schwester nicht ganz zu sehen, denn auf Brusthöhe wurde sie von den Fernsehmachern mit einem wie einen Schleier wirkenden Balken abgedeckt.

Inspiriert wurde Rachel Johnson von Victoria Bateman, einer Wirtschaftsprofessorin der Universität Cambridge, die sich für den EU-Verbleib Grossbritanniens einsetzt. In einer TV-Sendung war Bateman ebenfalls oben ohne aufgetreten.

Rachel gilt als Brexit-Kritikerin ihres Bruders. Sie war einst so entsetzt von der Brexit-Idee, dass sie nach dem Referendum aus Protest in die liberaldemokratische Partei eintrat, die den Ausstieg aus der EU vehement bekämpft. Bruder Boris führte das Brexit-Lager 2016 jedoch zum Sieg im Referendum.

11.00 Uhr: Der Londoner „Independent“ fordert am Sonntag erneut ein zweites Brexit-Referendum:

„Es geht nicht darum, das Ergebnis des Referendums von 2016 aufzuheben. Es war, wie inzwischen klar ist, mit Makeln behaftet. Vorausgegangen waren furchtbare Kampagnen mit falschen Behauptungen auf beiden Seiten. Und die Wahlkommission hat sowohl die Befürworter des EU-Austritts als auch die eines Verbleibs in der EU kritisiert. Dennoch kann das Ergebnis „respektiert“ werden, wie man so sagt. Jetzt jedoch, beinahe drei Jahre später, sind die Fakten besser bekannt und die Bedingungen des Brexit-Deals sind – mehr oder weniger – ausgehandelt. Nun sollte das Volk befragt werden, ob es dafür grünes Licht gibt. Das ist eine einfache, pragmatische Sache der Demokratie. (…)

Der Druck und der Impuls müssen über Parteigrenzen hinweg, im ganzen Land, in allen ethnischen Gruppen, allen Klassen und allen Altersgruppen aufrechterhalten werden. Die Wahl zwischen „Mein Deal oder kein Deal“ (von Premierministerin Theresa May) ist einfach falsch. Es gibt weit mehr Optionen, und dem britischen Volk sollte es erlaubt sein, sein Urteil darüber zu fällen.“

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Brexit: Politikerinnen werden bedroht

10.39 Uhr: Die Polizei warnte nach einem Bericht der „Times“ unterdessen Parlamentarierinnen vor Übergriffen im Zuge des Brexits. So sei einzelnen Frauen geraten worden, nicht in Parks in ihrer Nähe zu joggen, und auch nicht nachts allein zu reisen oder selbst Auto zu fahren. Einige Abgeordnete hatten in den vergangenen Wochen berichtet, dass sie Beleidigungen ausgesetzt seien.

Dazu gehört die EU-freundliche Anna Soubry von den regierenden Konservativen, die von Brexit-Anhängern als „Nazi“ vor dem Parlament beschimpft worden ist. Die Labour-Abgeordnete Yvette Cooper, die einen No Deal verhindern will, soll noch stärker unter Druck gesetzt worden sein. Ein 59-Jähriger hat laut „Times“ der Politikerin gesagt: „Hören Sie damit auf oder ich werde ihre Kinder und Enkel töten.“

10.17 Uhr: Mozzarella “made in Britain” schafft es immer öfter auf britische Teller. Die Hersteller profitieren von der Unsicherheit rund um den anstehenden Brexit – denn viele Abnehmer schwenken auf heimische Produkte um. Langfristig wollen die britischen Produzenten der weißen Käsekugeln das italienische Original vom Gourmetthron stoßen.

“Der Unterschied zum italienischen Mozzarella? Unserer ist besser!” So spricht Jody Scheckter, ehemaliger Rennfahrer und heutiger Bio-Bauer. Der 69-Jährige betreibt in Laverstoke im englischen Hampshire einen tausend Hektar großen Hof und verwöhnt dort seine Wasserbüffel. Sie grasen frei auf Wiesen voller Kräuter und Klee und im Winter bekommen sie Massagen von einer riesigen drehbaren Bürste.

Scheckter produziert seit zehn Jahren Mozzarella, er hat es auch mit Blauschimmel, Brie, Gouda und Cheddar probiert – bis er sich irgendwann auf die weichen weißen Kugeln spezialisierte, wegen der “massiven Nachfrage”. Mittlerweile produziert der Bauer jährlich 150 Tonnen Bio-Mozzarella. Abnehmer sind etwa die Supermarktkette Waitrose und die Fastfoodkette Pret A Manger, die Sandwiches mit dem Büffelmozzarella belegt.

Britische Fluggesellschaft flybmi meldet wegen Brexit-Unsicherheit Insolvenz an

9.47 Uhr: Wegen der durch den bevorstehenden Brexit verursachten Unsicherheit und gestiegener Kerosinpreise hat die britische Fluggesellschaft flybmiInsolvenz angemeldet. Wie das Mutterhaus British Midland Regional Limited am Samstag mitteilte, werden sämtliche Flüge mit sofortiger Wirkung eingestellt.

Flybmi hatte bislang mit einer Flotte von 17 Maschinen 25 Städte in Europa angeflogen, darunter auch in Deutschland. Das Unternehmen beschäftigte 376 Mitarbeiter in Großbritannien, Deutschland, Schweden und Belgien. im Codesharing-Verfahren arbeitete es unter anderem auch mit der Lufthansa und Air France zusammen.//www.merkur.de/politik/brexit-verzweiflung-boris-johnsons-schwester-zieht-blank-und-schockt-talkshow-gaeste-may-news-zr-11742845.html

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